Covid19 hat uns alle im Griff. Jedem der behauptet, er hätte vorausgesehen was kommt, könnte man glatt Überheblichkeit unterstellen. Die Schockstarre kam in Etappen, aber sie kam unausweichlich. Österreich konnte immerhin von den Erfahrungen im benachbarten Italien lernen. Nichts desto trotz dauerte es einige Zeit, bis die Mehrheit der Menschen, die Unternehmen und alle öffentlichen Einrichtungen den Ernst der Lage erkannten. Wie Menschen anfänglich mit der Situation umgingen und welche Typologien sich daraus ablesen lassen, schrieb Guido Tartarotti kürzlich in einer Kurierkolumne mit dem Titel „Seid ihr alle da“.
Wer hören wollte, konnte hören
Wir sind vermutlich rasch darüber einig, dass die Informationspolitik der Regierung bisher sehr gut war. In einer derartigen Ausnahmesituation sind handelnde Personen gefragt, die glaubwürdig in aller Ruhe, klar und deutlich sagen, was Sache ist. Und das in einer geduldigen, unermüdlichen Redundanz, die beachtlich ist. Sondersendungen, Morgen-, Mittagsjournale, ZIB´s früh und spät, Facebook, Twitter, LinkedIn und Co: Die Botschaft musste gehört werden. Den für uns neuen Begriff „Social Distancing“ kennt mittlerweile (fast) jeder. Und die oft gezeigte „Kurve“, die sich hoffentlich verflachen wird, hat sicher jeder vor seinem geistigen Auge. Mit Corona schlägt auch die Stunde der Qualitätsmedien. Paywalls wurden aufgehoben, Archive sind freigeschaltet, neue Formate wurden erfunden.
Corona trennt und verbindet
Mit der gebetsmühlenartigen Information, wie sich jeder zu verhalten hätte, und den ersten Konsequenzen, war auch ein wachsender Zusammenhalt in der Bevölkerung zu beobachten. Man denke nur an die Initiative Team-Österreich, die zwar nicht neu ist, aber jetzt gebraucht wird. Ein Flashmob auf Facebook, bei dem Menschen aus dem Fenster oder vom Balkon singen und spielen. Viele bedanken sich via Social Media bei jenen, die im Dienste der Allgemeinheit ihrer Arbeit nachgehen, oft auch freiwillig. Künstler melden sich musizierend aus ihren Wohnzimmern. Private Initiativen sichern die regionale Versorgung und Pflege von Bedürftigen. Die Beispiele ließen sich vielfach ergänzen. Es ist ein Zusammenrücken spürbar, das allen gut tut.
Wie geht´s den Unternehmen?
Viele Unternehmen wurden letztlich von der rasanten Entwicklung völlig überrumpelt. Zuerst kam die Starre, dann hektisches Treiben. Manche reagierten schneller als andere. Eines zeigt sich in der Krise einmal mehr: Wer einen guten Kontakt zu seinen Stakeholdern hat, ist im Vorteil. Reputation basiert auf Vertrauen, das sich die Firmen, ihre Chefs und die Beschäftigen über lange Zeit aufgebaut haben. Kommunikation braucht Strukturen: wer seine Prozesse in ruhigen Zeiten im Griff hat, switched zur richtigen Zeit und weniger hektisch in den Krisenmodus. Welche Kanäle sich jetzt besonders bewähren, wird sich zeigen. Digitale Dienste erfahren einen boost, man denke nur an die vielen Webinare, die immer selbstverständlicher werden. Homeoffice, Quarantäne, „Stayathome“ – Corona verändert unser aller Leben und die Arbeit der Kommunikator*innen.
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